Getränkebranche Schweiz im Überblick

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In der Schweiz werden jährlich rund 28 Millionen Hektoliter Getränke in den Verkehr gebracht. Diese Zahl versteht sich ohne Leitungswasser, Milch oder Milchprodukte. Bei einer Bevölkerungszahl von 8,4 Millionen ergibt sich ein Getränke-Konsum von rund einem Liter pro Kopf und Tag.

Statistischer Überblick
Von den rund 28 Millionen Hektolitern oder 2 800 000 000 Litern entfallen über 970 000 000 Liter und somit mehr als ein Drittel auf den Konsum von natürlichem Mineralwasser. Über 600 000 000 Liter machen die Erfrischungsgetränke aus, wobei diese ohne Eistee, Fruchtsäfte, Nektare, Energydrinks und isotonische Getränke gezählt werden. Mit rund 460 000 000 Litern ist Bier die drittgrösste Fraktion, gefolgt vom Wein mit 290 000 000 Litern. Von den Apfel-, Birnen- und Traubensäften werden 72 000 000 Liter konsumiert. Spirituosen mit 30 000 000 Liter und 10 000 000 Liter Obstwein kommen noch dazu.

Natürliches Mineralwasser
Natürliches Mineralwasser muss gemäss Gesetzgeber an seinem Quellort und unbehandelt in verschliessbare Behältnisse abgefüllt werden. Die Abfüllung vor Ort in Flaschen ermöglicht somit einerseits, die Naturbelassenheit des Mineralwassers zu garantieren und andererseits ist es auch die einzige Möglichkeit, dieses wertvolle Naturprodukt der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Wie sonst gelangt ein natürliches Valser- oder Adelbodner-Mineralwasser auf den Mittagstisch?

Trendgetränk
Natürliches Mineralwasser ist in der Schweiz das beliebteste (kalte) Getränk. Dabei hat es bei uns erst im Laufe des 20. Jahrhunderts an Bedeutung erlangt. Vor 100 Jahren betrug der Pro-Kopf-Konsum an natürlichem Mineralwasser weniger als zwei Liter im Jahr. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts lag er noch unter zehn Litern. Heute sind es bereits deutlich über 100 Liter. Dies hat sicherlich mit der Entwicklung im Bereich der verbesserten Logistik zu tun, aber auch zu einem grossen Teil im veränderten Kosnumverhalten der Behölverung. Ursprünglich, lokal, authentisch und leicht ist bei den Lebensmitteln en vogue. Diesen Anforderungen entspricht das natürliche Mineralwasser in perfekter Weise. Es verwundert daher nicht, dass der schweizerische Pro-Kopf-Konsum heute bereits 115 Liter beträgt.

Einzigartigkeit
Jedes natürliche Mineralwasser ist einzigartig. Dies hat mit seiner Entstehung zu tun: Natürliches Mineralwasser fliesst und sickert auf seinem Weg zur Quelle über Jahre und Jahrzehnte Munde tief in den Untergrund. Dabei wird das Wasser nicht nur gefiltert und gereinigt, sondern löst auch Mineralien und Spurenelemente aus den verschiedenen Gesteinsschichten. Die Zusammensetzung dieser Schichten ist regional sehr verschieden. Deshalb weisen die Mineralwässer auch einen individuellen Mineralgehalt auf, der Einfluss auf den Geschmack hat. Man könnte auch sagen, dass jedes natürliche Mineralwasser über eine eigene DNA verfügt. In der Schweiz gibt es geschätzte 120 Mineralwasserquellen, von denen etwa 20 bis 30 zur Abfüllung von natürlichem Mineralwasser genutzt werden. Diese Mineralwasserabfüller sind Mitglieder im Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten.

Arbeitsplätze und Umweltschutz
Die Abfüller der natürlichen Mineralwässer nehmen ihre ökologische Verantwortung wahr. Dies zeigt sich unter anderem in umfassenden Quellschutzprojekten, von welchen ganze Regionen, Fauna und Flora profitieren. Sie sind darüber hinaus wichtige Arbeitgeber in zum Teil abgelegenen Regionen, denn durch die Verpflichtung, am Ort der Quelle abzufüllen, profitieren Ortschaften wie Eptingen, Henniez, Knutwil, Aproz von äusserst wertvollen Arbeitsplätzen. Ein wichtiges Element, welches den Wegzug von Familien zu verhindern vermag.

Eine Frage der Deklaration
Fest steht, dass Leitungswasser mit oder ohne Kohlensäure, «aufbereitet» oder nicht, nie natürliches Mineralwasser ist. Verschiedene Wirte sind in letzter Zeit dennoch übergegangen, ihren Gästen nur noch Leitungswasser anstelle von natürlichem Mineralwasser anzubieten. Das ist ihr gutes Recht, denn in der Schweiz herrscht Wahlfreiheit. Entscheidet sich der Wirt für Leitungswasser, so hat er dies aber zu deklarieren und den Gast bei einer allfälligen Mineralwasserbestellung entsprechend zu informieren. Auch GastroSuisse hat in einer kürzlich veröffentlichten Sprachregelung zum Thema Leitungswasser in der Gastronomie klar Stellung bezogen. Der Verband rät seinen Mitgliedern: Leitungswasser muss auf der Speisekarte klar von natürlichem Mineralwasser zu unterscheiden sein. Nicht zuletzt geht es auch um den Täuschungsschutz. Auch der Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten nimmt seine aufklärerische Verantwortung künftig stärker wahr und lancierte im Frühling 2017 die neue Kampagne www.natürlichanders. ch, welche genau dieses Thema aufgreift und auf sympathische Weise Wissen für Gastronomieangestellte vermittelt und den Unterschied zwischen Leitungswasser und natürlichem Mineralwasser aufzeigt.

Erfrischungsgetränke
Die geschichtlichen Anfänge der ersten Erfrischungsgetränke reichen weit zurück in die römische Antike: Bereits damals war ein limonadenähnliches Getränk bekannt. Nachweise für die weitere Verbreitung und den Handel mit Erfrischungsgetränken lassen sich im 16. und 17. Jahrhundert finden. Vielfach konnte kohlensäurehaltiges Mineralwasser in Apotheken getrunken werden. Mit der Zeit begannen die Apotheker, dieses Wasser mit Heilkräutern und natürlichen Farbstoffen zu ergänzen. Typische Beispiele dafür sind Coca-Cola und Pepsi-Cola. Es entwickelte sich eine grosse Auswahl an (kohlensäurehaltigen) Mineralwässern mit verschiedenen Geschmacksrichtungen und Farben. Allmählich wünschten die Kunden, diese Wässer auch zu Hause konsumieren zu können. Flaschenabfüllungen waren die Folge und somit auch die Anfänge der heutigen Erfrischungsgetränke-Herstellung.

Herstellung und Innovation
Erfrischungsgetränke sind Getränke mit oder ohne Kohlensäure aus Trinkwasser oder natürlichem Mineralwasser und Fruchtsaft oder Aromen mit oder ohne Zugabe von Zuckerarten und Koffein. Die sorgfältige Herstellung von Erfrischungsgetränken in der Schweiz basiert auf einer jahrzehntealten Tradition. Die Produktion von Erfrischungsgetränken unterliegt strengsten Lebensmittelkontrollen und gesetzlichen Auflagen. Diese garantieren eine konstant hohe Qualität und Sicherheit der Produkte.

Die Auswahl an Erfrischungsgetränken und entsprechende Innovationen haben in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Viele neue Erfrischungsgetränke enthalten weniger oder gar keinen Zucker (kalorienarm/reduziert) und kommen auch in kleineren Portionengrössen daher. Dem Bedürfnis der Konsumenten nach gesundem und leichtem Genuss wird Rechnung getragen.

Politische Irrwege
Nachdem Fett und Salz in den letzten Jahren als gesundheitsschädlich abgestempelt wurden, wird nun der Zucker an den Pranger gestellt. In dieser bisweilen undifferenziert geführten Debatte um Ernährung und Übergewicht wird auch der Erfrischungsgetränke-Konsum zunehmend hinterfragt. Der Ruf nach Zucker- oder gar nach Erfrischungsgetränke-Steuern wird immer lauter – auch hier in der Schweiz. Dies mit dem Ziel, den entsprechenden Konsum zu reduzieren. Krankhaftes Übergewicht ist auf komplexe und multikausale Ursachen zurückzuführen. Ausschlaggebend sind verschiedene Faktoren und der gesamte Lebensstil, wobei eine vielseitige, ausgewogene und massvolle Ernährung eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle spielt. Die einseitige Besteuerung einzelner Lebensmittel ist schon von daher ein Irrweg. Kalorien sind Kalorien. Dies ist und bleibt unabhängig davon, über welche Lebensmittel sie aufgenommen werden. Dabei tragen Erfrischungsgetränke nur einen geringen Teil zur gesamten Kalorienaufnahme bei.

Viele Anhaltspunkte legen nahe, dass Steuern das Verhalten in Bezug auf Kalorienaufnahme und Bewegung nicht verändern. Stattdessen reagiert der Konsument auf punktuelle Besteuerungen oft mit dem Ausweichen auf andere – billigere – Produkte, ohne dass dies die Kalorienaufnahme reduzieren würde. Darüber hinaus ist eine solche Steuer sozial ungerecht, da finanziell schwächere Bevölkerungskreise proportional einen höheren Aufwand schultern müssen. An dieser Stelle sei vermerkt, dass der Pro-Kopf-Konsum von Erfrischungsgetränken in der Schweiz seit Jahren stagniert und sogar rückläufige Tendenzen aufweist.

20 000 Arbeitsplätze
Es besteht seit eh und je eine starke Verankerung der Erfrischungsgetränkeproduzenten mit ihrer Region, sei es in den Bergen oder im Flachland. Rund 20 000 Arbeitsplätze sind in der Schweiz direkt und indirekt mit der Erfrischungsgetränke- und Mineralwasserbranche verbunden. Die Branche ist somit ein wichtiger wirtschaftlicher Sektor, der aus dem Schweizer Wirtschaftsgefüge nicht mehr wegzudenken ist.

Blick in die Zukunft
Die Diskussion über den Konsum von Lebensmitteln und somit auch von Getränken wird die Gesellschaft noch länger beschäftigen. Schon jetzt ist festzustellen, dass der Genuss und die Freude im Zusammenhang mit Ernährung immer mehr in den Hintergrund treten. Gespräche über die richtige und falsche Ernährungsweise werden dafür mit geradezu missionarischem Eifer geführt. Das schlechte Gewissen nimmt allmählich überhand. Das ist schade, denn immer noch gilt frei nach Paracelsus: Die Dosis macht das Gift. Für die Getränkebranche heisst dies, weiterhin innovativ zu bleiben und sich den stets ändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Dies fängt beispielsweise bei der Forschung und nachhaltigen Produktion an und führt schliesslich zu einer breiten Auswahl an nach wie vor qualitativ hochstehenden und sicheren Getränken mit und ohne Kalorien sowie verschiedenen Portionengrössen.

Marcel Kreber, Generalsekretär, Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS)

EVENTS

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Als internationale Weltleitmesse mit dem ausschließlichen Fokus auf Embedded-Technologien.

Datum: 02. - 04. März 2021

Ort: Nürnberg (D)

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Treffpunkt der Planer, Ingenieure und Installateure

Datum: 16. März 2021

Ort: Campussaal Brugg (CH)

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Internationale Fachmesse Weine und Spirituosen

Datum: 21. - 23. März 2021

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International führende Fachmesse mit Kongress für Gedruckte Elektronik

Datum: 23. - 25. März 2021

Ort: München (D)

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Weltleitmesse der Industrie - Industrie 4.0 trifft Logistik 4.0

Datum: 12. - 16. April 2021

Ort: Hannover (D)

Securite Lausanne

Die Schweizer Fachmesse

Datum: 16. - 18. Juni 2021

Ort: Zürich (CH)

AM Expo

Formen und Bauteile aus dem Drucker

Datum: 14. - 15. September 2021

Ort: Luzern (CH)

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Die Fachmesse für die Fleischbranche

Datum: 18. - 20. September 2021

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A + A

Internationale Fachmesse für Persönlichen Schutz, Betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Datum: 26. - 29. Oktober 2021

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Datum: 10. - 13. November 2021

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IFFA

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Datum: 14. - 19. Mai 2022

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Datum: 22. - 25. September 2022

Ort: Stuttgart (D)

Chillventa

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Datum: 11. - 13. Oktober 2022

Ort: Nürnberg (D)

EuroShop

Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels

Datum: 26. Februar - 03. März 2023

Ort: Düsseldorf (D)

Bezugsquellenverzeichnis