«Mit dem Haus zur Metzg schaffen wir erstmals einen eigenen physischen Ort, an dem wir Handel, Genuss und die Geschichten hinter den Produkten zusammenbringen können», freut sich Adrian Hirt, Gründer und Geschäftsführer der Alpahirt AG. Dahinter stehen die seit 2013 laufende Aufbauarbeit und ein Netzwerk von rund 80 Landwirtschafts- und Handwerkspartnern und über 150 Verkaufsstellen.
Manu Zala ergänzt als Geschäftsführerin des Haus zur Metzg: «Der Gedanke der Herkunft dürfte noch etwas stärker vorkommen. Das Haus zur Metzg steht für uns sehr stark unter dem Gedanken ‹Wo Genuss Herkunft hat›. Produzenten, Handwerk und Herkunft sollen vor Ort sichtbar und erlebbar werden.»
Netzwerk sichtbar machen
Die Neueröffnung verbindet traditionelle Vermarktung mit einer innovativen Idee. Adrian Hirt zeigt auf wie: «Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Lieferanten ins Haus zu holen. Lieber zwanzig, deren Geschichte unsere Mitarbeitenden wirklich kennen. Unsere Mitarbeitenden sollen wissen, wer dahintersteht, woher das Produkt kommt und was daran besonders ist – und diese Geschichte auch den Gästen erzählen können.»
Das Haus zur Metzg verbindet zudem Verkaufslokal und Gastronomie. Wenn also ein Käse, ein Wein, ein Fleischprodukt oder etwas anderes auf dem Teller liegt, soll die Verbindung zum Produzenten nicht an der Küchentür enden, erläutert Adrian Hirt: «Was du bei uns im Bistro probierst, sollst du danach auch im Shop kaufen können – und wir wollen dir sagen können, wer es hergestellt hat. Unsere Stärke liegt darin, Bauern, Metzger, Käser, Winzer und Gastronomen zusammenzubringen, ihre Produkte verständlich zu machen und einen gemeinsamen Zugang zum Kunden zu schaffen.»
Das neue Konzept schaffte es im Rahmen der «Swiss Innovation Challenge» unter die 50 innovativsten Unternehmen und Projekte des Jahres 2026. Hirt verstand dies als interessantes Signal: Ein sehr traditionelles Handels- und Gastrokonzept kann gerade heute wieder innovativ sein, wenn man die Wertschöpfung konsequent zusammenführt. Die Erkenntnis für Adrian Hirt: «Für mich ist genau das eine Form von Innovation, die heute fast ungewöhnlich geworden ist: weniger Auswahl, dafür mehr Wissen, Herkunft und Beziehung. Für mich ist Innovation deshalb nicht zwingend eine neue Technologie. Innovation kann auch bedeuten, bestehende Dinge wieder sinnvoll miteinander zu verbinden.»
Chur als erster Test
Am Standort Chur muss sich nun in der Praxis beweisen, dass das Modell funktioniert, betont Hirt. «Wenn wir dort den Break-even erreichen, können wir über weitere Häuser an anderen Orten nachdenken. Interessant sind für uns vor allem Orte, an denen Alpahirt bereits Kundschaft, Handelspartner und Vertrauen hat – zum Beispiel Zürich, St. Gallen, Vaduz, Bern, Basel oder auch Lenzburg.»
Das passt auch zur bisherigen Entwicklung. Alpahirt ist nicht durch ein einzelnes grosses Vertriebsmodell gewachsen, sondern über ein Netz aus Produzenten, Handelspartnern, Kunden und Empfehlungen. Das zieht sich eigentlich durch die ganze Alpahirt-Geschichte: regionale Landwirtschaft, kleine Schlachtbetriebe, spezialisierte Verarbeitung, Handelspartner und jetzt zusätzlich das Haus zur Metzg.
Wachstum aus der eigenen Community
Der schrittweise weitere Ausbau soll auf diesem Netzwerk aufbauen, betont Adrian Hirt: «Wir möchten aus unserer eigenen Basis herauswachsen – mit Produzenten, Kunden, Partnern und vielleicht künftig auch Menschen, die wirtschaftlich an Alpahirt beteiligt sind. Gleichzeitig finde ich den Gedanken spannend, dass Menschen aus unserer eigenen Community wirtschaftlich beteiligt sind und dadurch auch zu Botschaftern für Alpahirt und das Haus zur Metzg werden.» Erste Signale und Rückmeldungen zeigten gute Voraussetzungen für weitere Wachstumsschritte. Alpahirt prüft aktuell, wie sie die weitere Entwicklung künftig auch wirtschaftlich für Menschen aus der Community öffnen können. Angedacht ist eine erste Beteiligungsrunde über Partizipationsscheine.