Der faire Handel wächst

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Nachfrage und Angebot an fair gehandelten Erzeugnissen nehmen weiter zu. Mit 864.7 Millionen Franken wurde in der Schweiz im 2018 so viel für Fair Trade Produkte ausgegeben wie noch nie. In Deutschland stiegen im 2019 die Verkäufe bei Fairtrade-Bananen um 41%, gestiegen, beim Kaffee um 12%.

 

Der Fairtrade-Umsatz ist in Deutschland im Jahr 2019 um 26 Prozent auf eine Rekordsumme von zwei Milliarden Euro angestiegen. Konsumenten finden in Supermärkten, Discountern und Weltläden rund 7000 zertifizierte Produkte – von Kaffee, Bananen, Kakao und Schokolade bis zu Chutneys und Brotaufstrichen. Knapp 60 Prozent tragen auch das Bio-Siegel, meldet der Verein zur Förderung des Fairen Handels (TransFair) in seinem aktuellen Jahresbericht.  

In diesen Zeiten ist es besonders wichtig, durch den Einkauf fair gehandelter Produkte Solidarität mit den Produzenten im Globalen Süden zu zeigen, betont TransFair. Die Corona-Pandemie ist neben niedrigen Weltmarktpreisen, steigenden Produktionskosten und dem Klimawandel eine Gefahr für die Einkommensgrundlage der Menschen. Die Produzentenorganisationen erhalten für Fairtrade-Verkäufe stabile Mindestpreise, was eine gewisse Sicherheit bietet. Zudem gibt es die Fairtrade-Prämie. Dieser zusätzliche Aufschlag ist häufig die einzige Rücklage der Produzenten und wird in der Corona-Krise etwa für die Anschaffung von Hygienemitteln oder als Ausgleich für Einkommenseinbussen eingesetzt. Auch Schulungen und Projekte im Süden helfen dabei, ein gesundes Leben zu sichern und Armut und Hunger zu bekämpfen.

Im Jahr 2019 gingen rund 130.000 Tonnen fair gehandelte Bananen über die Ladentheke (plus 41 %). Der Marktanteil liegt bei 20 Prozent. Weitere Fairtrade-Südfrüchte sind unter anderem Limetten, Passionsfrüchte und Mangos. Beim Kaffee sind die Verkaufsmengen um 12 Prozent auf 23.000 Tonnen gestiegen. Auch bei Zucker (5.900 t, plus 19 %), Honig (1.500 t, plus 12 %) und Reis (1.200 t, plus 40 %) ist ein Wachstum zu verzeichnen. Der Konsum von Fruchtsaft hat um sieben Prozent auf knapp 15,9 Millionen Liter zugenommen. In immer mehr Schokoladenwaren steckt fairer Kakao. Im Jahr 2019 ist der Absatz um 45 Prozent auf rund 79.000 Tonnen gestiegen. 

Das Sortiment an Eigenmarken nimmt zu, und selbst Discounter bieten ihren Kunden im Ausgangsbereich Fairtrade-Kaffee „to go“ an. Bei Bio-Lebensmitteln hat Fairtrade um zehn Prozent zugelegt. Fair gehandelte Produkte mit einem hohen Bio-Anteil sind Bananen (63 %), Kaffee (75 %), Tee (86 %) und Kaltgetränke (93 %).

(BZfE)

Rekord auch in der Schweiz

Ähnliches berichtet Swiss Fair Trade auf seiner Website, wo derzeit allerdings erst die Entwicklung bis 2018 erscheint: Mit 864.7 Millionen Franken wurde in der Schweiz im Jahr 2018 so viel für Fair Trade Produkte ausgegeben wie noch nie. Der Konsum von Fair Trade Produkten ist um 13% gewachsen und erreicht mit 101 Franken pro Kopf einen neuen Höchstwert. «Die positive Entwicklung zeigt eindrücklich auf, wie wichtig den Konsumenten in der Schweiz fair gehandelte Waren und eine gerechte Bezahlung der Bauernfamilien in Entwicklungs- und Schwellenländern sind», meint Philipp Scheidiger, Geschäftsführer von Swiss Fair Trade.

Angetrieben wurde das Wachstum durch die starke Zunahme bei den Getränken, die neu mit 24.2% den grössten Anteil am Fair Trade Umsatz aufweisen. Daneben sind weiterhin die klassischen Produktbereiche des Fairen Handels, wie Frische Früchte und Schokolade, resp. Kakaoprodukte, die umsatzstärksten Warengruppen. Konsumenten in der Schweiz gaben 2018 pro Person folglich 101 Franken für Produkte aus Fairem Handel aus. Das ist ein neuer Rekordwert. Die Schweiz bleibt somit Weltmeisterin im Pro-Kopf-Konsum von Fair Trade Produkten. (Swiss Fair Trade)
 

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