Milchprodukte legen zu ausgenommen gastrospezifische

Publiziert

Der Absatz von landwirtschaftlichen Gütern zeigt durch die Corona-Krise in der Schweiz eine ganz unterschiedliche Entwicklung. Durch vermehrten Heimkonsum und wegfallendem Einkaufstourismus herrscht eine hohe Nachfrage im Detailhandel und Hofläden haben Hochkonjunktur. Gleichzeitig ist der Gastronomie-Kanal als Folge der Restaurantschliessungen quasi zum Erliegen gekommen.

Der Milchverarbeiter Emmi bekommt diese Entwicklungen zu spüren. „Produkte für die heimische Küche sind stärker nachgefragt, bei Gastronomieprodukten wie zum Beispiel Kaffeerahmportionen sowie Fabrikate für den Unterwegskonsum ist die Nachfrage allerdings stark gesunken“, sagt Mediensprecherin Sibylle Umiker auf Anfrage. Auch bei Mooh, der Vermarktungsorganisation von mehr als 4000 Schweizer Milchbauern, spricht man von ähnlichen Trends. So sei die Nachfrage von Butter und Käsespezialitäten dank höherem Heimkonsum gestiegen, erklärt der Verkaufsleiter René Schwager. «In der Schweiz sei für den Milchmarkt der Detailhandel wichtiger als die Hotellerie und Gastronomie, international variiere das aber von Land zu Land», so Schwager.

Im Exportgeschäft ist die Lage hingegen schwieriger einzuschätzen. Mooh stellt international einen massiven Preiseinbruch beim Magermilchpulver fest. Die Gründe dafür könne er nicht abschliessend beurteilen, sagt René Schwager. „Der Preis von Magermilchpulver ist vom Weltmarkt abhängig. Aufgrund der Corona-Krise wird international eine Wirtschaftskrise befürchtet. Das drückt auf den Preis.“ Hinzu kommt, dass mit der Schliessung von Verarbeitungsbetrieben im Ausland die Nachfrage nach Magermilchpulver und Käse für die Weiterverarbeitung ausbleibt.

China und Italien: Einbruch bei Ausser-Haus-Produkten
Vor allem in China und Italien tätig, spürt Mooh den Nachfragerückgang im Segment Hotel-, Gastronomie- und Catering, dem sogenannten Horeca-Bereich. „Dieser Markt ist in China seit Anfang 2020 praktisch bei null. Weil der klassische Lebensmitteleinzelhandel ebenso niedriger läuft als zu normalen Zeiten, profitieren wir vom aktuellen Boom des Onlinehandels“, so die Genossenschaft, die mit ihrem Tochterunternehmen Swissmooh in China präsent ist und den Onlinehandel als Hauptabsatzkanal bezeichnet.

In Italien sei die Nachfrage im klassischen Lebensmitteleinzelhandel nach den Hamstereinkäufen eingebrochen. Der Horeca-Bereich sei sofort nach dem Lockdown auf Null gesunken und dementsprechend fallen die Rohstoffpreise tiefer aus. Mooh rechnet damit, dass der Nachfrageeinbruch bis nach den Sommerferien andauern wird, da dieser Vertriebskanal in Italien ein wichtiger Volumenträger sei und Touristen diesen Sommer ihre Ferien wohl woanders buchen würden.

Schweizer Käse auch in der Krise gefragt?
Im Export von Emmentaler, Gruyère und Co. zeichnen sich infolge der Corona-Krise ernüchternde Entwicklungen ab. „Schweizer Käse wird im Ausland grossmehrheitlich im Detailhandel verkauft. Somit ist Emmi dort vom Zerfall der Nachfrage im Horeca-Bereich wenig betroffen“, so die Emmi-Pressesprecherin Umiker.

Im Detailhandel sieht sie allerdings eine Herausforderung auf den Export zukommen: „Schweizer Käse wird aufgrund des steigenden Milchpreises und des starken Schweizer Franken teurer. Ausserdem sind Schweizer Käseprodukte im Ausland im obersten Preissegment positioniert, und in der Krise greifen Konsumenten eher mal zu Standardprodukten“, sagt Sibylle Umiker. Auch Mooh erwartet negative Entwicklungen im Premiumkäse-Segment. „Die Konsequenzen sind generell noch schwierig abzuschätzen, der Wechselkurs hat aber sicherlich einen negativen Einfluss“, schreibt die Genossenschaft.

 (LID)

 

EVENTS

index 17

Weltleitmesse für Vliesen

Datum: 20. - 23. Oktober 2020

Ort: Genf (CH)

Empack Schweiz

The Future of Packaging Technology

Datum: 18. - 19. November 2020

Ort: Zürich (CH)

Logistics & Distribution

Schweizer Fachmesse für Logistik und Transport

Datum: 18. - 19. November 2020

Ort: Zürich (CH)

FBKplus

Schweizer Fachmesse für Bäckerei-, Konditorei- und Confiseriebedarf

Datum: 16. - 19. Januar 2021

Ort: Bern (CH)

ISM

Weltleitmesse für Süsswaren und Snacks

Datum: 31. Januar - 03. Februar 2021

Ort: Köln (D)

Pro Sweet Cologne

Internationale Zuliefermesse für Süsswaren- und Snackindustrie

Datum: 31. Januar - 03. Februar 2021

Ort: Köln (D)

Pumps & Valves

Fachmesse für Pumpen- und Ventiltechnik

Datum: 10. - 11. Februar 2021

Ort: Zürich (CH)

maintenance Schweiz

Schweizer Fachmesse für industrielle Instandhaltung und Facility Management

Datum: 10. - 11. Februar 2021

Ort: Zürich (CH)

BioFach

Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel

Datum: 17. - 20. Februar 2021

Ort: Nürnberg (D)

EuroCIS

Fachmesse für Retail Technologien

Datum: 23. - 25. Februar 2021

Ort: Düsseldorf (D)

LogiMat

Internationale Fachmesse für Intralogistik

Datum: 09. - 11. März 2021

Ort: Stuttgart (D)

INTERNORGA

Leitmesse für den Ausser-Haus-Markt

Datum: 12. - 16. März 2021

Ort: Hamburg (D)

Anuga FoodTec

Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel-und Getränkeindustrie

Datum: 23. - 26. März 2021

Ort: Köln (D)

Lebensmitteltag

Die führende schweizerische Lebensmittelfachtagung von bio.inspecta und SQS

Datum: 15. April 2021

Ort: Luzern (CH)

Bezugsquellenverzeichnis