Das gesamtschweizerische Transportnetz erstreckt sich nördlich der Alpen und verbindet die grossen Städte mit einem Tunnelsystem. QUELLE: CARGO SOUS TERRAIN, CST

Die Tunneltransportfahrzeuge von Cargo sous terrain fassen jeweils 2 Paletten und verkehren mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h. QUELLE: CARGO SOUS TERRAIN, CST

Querschnitt und Ansicht des Tunnelsystems von CST von oben. QUELLE: CARGO SOUS TERRAIN, CST

Neue Logistikwege für Downtown Switzerland

Publiziert

Cargo sous terrain (CST) ist ein Gesamtlogistiksystem für den flexiblen Transport kleinteiliger Güter. Tunnels verbinden Produktions- und Logistikstandorte mit städtischen Zentren. Oberirdisch verteilt CST die transportierten Güter in umweltschonenden Fahrzeugen und leistet damit einen Beitrag zur Reduktion des Verkehrs und der Lärmemissionen.

In den Städten akzentuieren sich die Verkehrsprobleme. Gütertransporte machen einen grossen Teil des Verkehrsaufkommens in den Ballungsräumen aus. Peter Sutterlüti, Präsident der CST AG, ist überzeugt: «Die Schweiz braucht ein vom Personentransport unabhängiges, digital geführtes Logistiksystem, das die 10-Millionen-Megacity Schweiz nördlich der Alpen über unterirdische Trassen kleinteilig und kontinuierlich ver- und entsorgt. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um den künftigen Generationen eine lebenswerte Schweiz zu erhalten.»

Neue Wege für die die City-Logistik Cargo sous terrain errichtet deshalb ein Citylogistik-System mit umweltschonenden Fahrzeugen für die effiziente Feinverteilung der transportierten Güter in den Smart Cities der Zukunft. Dieses entlastet die Städte um bis zu 30 Prozent des Lieferverkehrs und 50 Prozent der Lärmemissionen. Patrik Aellig zeigt als CST-Mediensprecher auf, worin die Herausforderungkonkret besteht: «Für die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wird es essenziell sein, in Zukunft zuverlässige Transportwege zu sichern. Dies erkennen wir in der aktuellen Krise sehr deutlich. Genau dies tut CST, indem es ein eigenes Trassee für den Gütertransport und ein automatisiertes, digital gesteuertes Versorgungssystem eröffnet.»

Im System Cargo sous terrain werden die Waren in den Transporttunnels vorsortiert. Durch diese Bündelung ist die anschliessende Feinverteilung bereits vorbereitet. Die Belieferung von Verkaufsstellen und Endabnehmern findet koordiniert statt, statt dass jeder Anbieter seine Waren einzeln ausliefert. Der Zugang zum System Cargo sous terrain erfolgt über Hubs, die ein vollautomatisiertes Be- und Entladen der Fahrzeuge ermöglichen. Via senkrechte Lifte geschieht die Einspeisung der Güter ins Beförderungssystem. Die Hubs entstehen in existierenden Logistikzentren und stellen die Anbindung an alle Verkehrssysteme sicher (Schiene, Strasse, Wasser, Luftfracht). CST ist diskriminierungsfrei für alle Marktteilnehmer zugänglich.

Politik schafft Rechtssicherheit
Cargo sous terrain ist eine privatwirtschaftliche Initiative. Zahlreiche grosse Schweizer Firmen, darunter die Detailhändler Coop, Migros und Manor, sind Aktionäre von CST. Für den Bau der Infrastruktur und den Betrieb des Tunnels werden keine Subventionen eingesetzt. Um diese weitgehend unterirdische Gütertransportanlage über Kantonsgrenzen hinweg errichten und betreiben zu können, braucht es ein neues Bundesgesetz. Die Vernehmlassung zu diesem Gesetz dauerte von April bis Juli 2019. Das zuständige Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wertet die Ergebnisse nun aus. Die Botschaft des Bundesrates wird in den nächsten Monaten erwartet. Im Zuge der fortschreitenden Planung werden die genauen Standorte und Streckenführungen der Hubs und Tunnels im Rahmen eines Sachplanverfahrens in enger Abstimmung mit den Kantonen und unter Einbezug von Gemeinden und der Bevölkerung bestimmt.

Güterlogistik der Zukunft
Das Prinzip von Cargo sous terrain entspricht demjenigen eines automatischen Fördersystems. In den Tunnels verkehren rund um die Uhr selbstfahrende, unbemannte Transportfahrzeuge, die an dafür vorgesehenen Rampen oder Lifts automatisch Ladungen aufnehmen und abgeben können. Die Fahrzeuge, die auf Rädern fahren und über einen elektrischen Antrieb mit Induktionsschiene verfügen, verkehren in dreispurigen Tunnels mit einer konstanten Geschwindigkeit von rund 30 Stundenkilometern. Der Gütertransport geschieht palettiert oder in angepassten Behältern. Das System eignet sich für den Transport und die Just-in-time-Lieferung von Lebensmitteln. Dank kühlbaren Transportfahrzeugen ist auch der Transport von Frisch- und Kühlwaren möglich. An der Decke des Tunnels ist eine schnelle Paket-Hängebahn für kleinere Güter angebracht.

Umsetzung durch kollaborative Innovation
Cargo sous terrain wird in mehreren Teilprojekten parallel vorangetrieben. Zentral ist die Entwicklung der City-Logistik und der IT-Infrastruktur zur Steuerung des Systems. Diese werden noch vor Beginn des Tunnelbaus erarbeitet. Dafür arbeiten über 60 Aktionäre aus allen Bereichen der Wirtschaft zusammen, auch solche, die gewöhnlich im Wettbewerb zueinanderstehen. «Diese kollaborative Innovation zeichnet CST aus», erläutert Mediensprecher Patrik Aellig. «Gemeinschaftlich suchen die Partner Lösungen für die Transportbedürfnisse der Zukunft, weil sich gewisse Herausforderungen nur gemeinsam meistern lassen.»

Weitere wichtige Bereiche sind die Sicherung der Hubstandorte entlang der ersten Teilstrecke, die Vorbereitung der Planung, die Erarbeitung des Betriebskonzepts, das Energiemanagement, die Mechatronik und die Fahrzeuge und dermöglichst kosteneffiziente Tunnelbau. Die erste Teilstrecke verbindet ab 2031 den Raum Härkingen-Niederbipp mit Zürich. Bis 2050 erfolgt der Bau der restlichen Abschnitte. CST eignet sich sowohl für die Versorgung wie auch für die Entsorgung (Abfall, Recycling). Der Strom für den Betrieb des Systems stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Die erste Teilstrecke des Netzwerks Cargo sous terrain führt von Härkingen-Niederbipp nach Zürich und ist rund 70 Kilometer lang. Auf dieser Teilstrecke gibt es 10 Anschlussstellen (Hubs). Der Ausbau in Richtung weiterer wichtiger Logistik- und Verteilzentren der Schweiz erfolgt sukzessive. Bis 2050 entsteht ein 500 Kilometer langes Gesamtnetz zwischen Boden- und Genfersee mit Ablegern nach Basel, Luzern und Thun. Die Gesamtkosten für den Bau der ersten Teilstrecke von Härkingen-Niederbipp nach Zürich, inklusive Software, Hubs sowie unter- und oberirdische Fahrzeuge (für die City-Logistik) sind auf 3 Milliarden Franken veranschlagt.

www.cst.ch

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